Datensicherheit als Standortvorteil für Unternehmen

Auf Einladung der örtlichen SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer und ihres Fraktionskollegen und Datensicherheitsexperten Gerold Reichenbach wurde am vergangenen Donnerstag über den sicheren Umgang mit Daten als Standortfaktor für Unternehmen diskutiert. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der Reihe „Fraktion vor Ort“ im Peter-Rantzau-Haus in Ahrensburg ausgerichtet.

In ihrer Einführung erläuterte Nina Scheer unter anderem unternehmensspezifische Handlungsbedarfe:

„Im Interesse einer wirksamen Datensicherheit und auch der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklungspotenziale muss gestoppt werden, dass hiesige Entwicklungen von Datensicherheitstechniken durch US-amerikanische, häufig marktbeherrschende Großunternehmen aufgekauft und somit vom Markt gedrängt werden. Andernfalls gehen uns in Deutschland sowohl wertvolle Schlüsseltechnologien, hierfür benötigtes Knowhow, als auch unser Datenschutzstandard mangels Sicherheitstechnik verloren.“ Ein weiterer Handlungsbedarf liege darin, sogenannte Backdoors zu verbieten und technisch unterbinden zu können, die durch ausländische Hard- und auch Software in die Techniken eingeschleust werde und die ein unbemerktes Ausspionieren ermöglichten, so Scheer.

An der durch den örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten Tobias von Pein moderierten Podiumsdiskussion nahm auch der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Prof. Johannes Caspar teil. Mit dem IT-Sicherheitsgesetz, das derzeit als Referentenentwurf vorliegt, dürfe es keine Vorratsdatenspeicherung durch die Hintertür geben, waren sich die Diskutierenden einig. In Erläuterung der neuen Europäischen Datenschutzverordnung, die als solche unmittelbare Geltungskraft entfalte, formulierte er Klärungsbedarf bei der Datenschutzaufsicht hinsichtlich der Behördenzuständigkeiten. Ein Fortschritt sei das nun aufgegriffene ‚Recht auf Vergessen’, das gegen Profilbildung wirke.

Datensicherheit hat nach Gerold Reichenbach den Stellenwert einer industriellen Revolution. Das häufig verwendete Argument, Datenschutz vernichte Arbeitsplätze ginge fehl, das Gegenteil sei vielmehr der Fall.

 

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Foto: v.l.n.r. Prof. Johannes Caspar, Tobias von Pein, Dr. Nina Scheer, Gerold Reichenbach