Scheer: Reaktorkatastrophe von Fukushima führt Gefahren der Atomenergie vor Augen

Veröffentlicht von Nina Scheer 11. März 2020

Am 11.3.2010 lös­te ein Erd­be­ben mit nach­fol­gen­dem Tsu­na­mi die nach Tscher­no­byl welt­weit größ­te Reak­tor­ka­ta­stro­phe im japa­ni­schen Fuku­shi­ma aus. 100.000 bis 150.000 Ein­woh­ner muss­ten die Regi­on auf­grund der radio­ak­ti­ven Strah­lung ver­las­sen. Die Gebie­te um das Atom­kraft­werk wer­den vor­aus­sicht­lich dau­er­haft unbe­wohn­bar blei­ben. Auch wenn die Dekon­ta­mi­nie­rungs­maß­nah­men der japa­ni­schen Regie­rung zu einem Rück­gang der Strah­len­be­las­tung geführt haben, sind wei­ter­hin gro­ße Men­gen kon­ta­mi­nier­ten Mate­ri­als vor­han­den, deren Ent­sor­gung nach wie vor unge­klärt ist.

Zum heu­ti­gen 9. Jah­res­tag der Hava­rie erklärt die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Nina Scheer, Ener­gie- und Umwelt­po­li­ti­ke­rin:

„Der heu­ti­ge Jah­res­tag der Reak­tor­ka­ta­stro­phe führt die Gefah­ren der Atom­ener­gie noch ein­mal deut­lich vor Augen und soll­te ins­be­son­de­re den­je­ni­gen, die jetzt ange­sichts des Koh­le­aus­stiegs wie­der über län­ge­re Lauf­zei­ten für deut­sche Atom­mei­ler nach­den­ken, ein Mahn­mal sein. Die Kata­stro­phen von Tscher­no­byl und Fuku­shi­ma demons­trie­ren das enor­me Risi­ko von Stör­fäl­len. Aber auch ohne Stör­fäl­le hin­ter­lässt die Atom­ener­gie Mil­lio­nen Ton­nen von radio­ak­ti­vem Müll für Tau­sen­de Genera­tio­nen.

Die Atom­ener­gie kann daher kei­ne Kli­ma­schutz­tech­no­lo­gie sein. Statt­des­sen kann die nöti­ge Ener­gie­wen­de nur durch den zügi­gen Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­ger wie Wind und Son­ne erreicht wer­den. Die­se sind bereits heu­te deut­lich güns­ti­ger als die Atom­ener­gie, wenn man die Begleit­kos­ten ein­be­rech­net.

Umso unver­zeih­li­cher ist es, dass im Monat der sich jäh­ren­den Reak­tor­ka­ta­stro­phe von Fuku­shi­ma wei­ter­hin und bis­lang erfolg­los ein beschleu­nig­ter Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en gegen­über dem Koali­ti­ons­part­ner CDU/CSU erkämpft wer­den muss. Statt umge­hend den soge­nann­ten Solar­de­ckel gesetz­lich auf­zu­he­ben, erwar­ten CDU/CSU die Zustim­mung der SPD zu ein­schrän­ken­den Abstands­re­ge­lun­gen für Wind­ener­gie. Bei­des, die Bei­be­hal­tung des Deckels wie auch die dis­ku­tier­ten Abstands­re­ge­lun­gen, offen­ba­ren, dass Erneu­er­ba­re Ener­gi­en aus­ge­bremst wer­den soll­ten, statt — wie für eine gelin­gen­de Ener­gie­wen­de erfor­der­lich — aus­ge­baut. Bestehen­de Hemm­nis­se müs­sen abge­baut wer­den, statt wei­te­re zu schaf­fen. CDU/CSU betrei­ben mit die­ser Hal­tung eine Demon­ta­ge von Zukunfts­tech­no­lo­gi­en mit mas­si­ven Schä­den für den Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land. Eine sol­che Hal­tung ist mit dem erst jüngst auf Initia­ti­ve der SPD beschlos­se­nen Kli­ma­schutz­ge­setz nicht ver­ein­bar und muss umge­hend kor­ri­giert wer­den.“

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