Scheer fordert Koalitionspartner auf, umgehend Energiewende-Blockade zu stoppen

Veröffentlicht von Nina Scheer 14. Mai 2020

Mit Blick auf die aktu­el­le Dis­kus­si­on um den Green Deal und hie­si­ger Hemm­nis­se beim Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en erklärt die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Nina Scheer, Kli­ma- und Ener­gie­po­li­ti­ke­rin:

„Die Anhe­bung des EU-Emis­si­ons­min­de­rungs­ziels zur Umset­zung des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens und ein beschleu­nig­ter Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en sind zwin­gend erfor­der­lich. Der gegen­wär­ti­ge Emis­si­ons­pfad der Euro­päi­schen Uni­on ist mit dem 1,5°C‑Ziel des Kli­ma­schutz­ver­tra­ges von Paris nicht ver­ein­bar. Ein deut­sches Nein zu ambi­tio­nier­te­ren Kli­ma­zie­len hät­te auch schwer­wie­gen­de Fol­gen für die inter­na­tio­na­len Kli­ma­ver­hand­lun­gen. Mit dem von CDU/CSU in die­ser Woche vor­ge­leg­ten Posi­ti­ons­pa­pier wird die­ser Weg ver­sperrt, indem die zu ver­än­dern­den Ziel­mar­ken an uner­reich­ba­re Bedin­gun­gen geknüpft wer­den.

Grund­la­ge für eine funk­tio­nie­ren­de und ziel­ge­rech­te Kli­ma­po­li­tik kann zudem nur der schnel­le Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en sein. Den­noch ver­langt die Koali­ti­ons­rä­son von der SPD-Frak­ti­on ange­sichts anste­hen­der Ände­run­gen am Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz erneut, eine Abschaf­fung des Solar­de­ckels abzu­leh­nen, da Letz­te­re vom Koali­ti­ons­part­ner ver­wei­gert wird. Und dies, obwohl die Strei­chung des Solar­de­ckels seit Mona­ten ver­ab­re­det ist und Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel bereits in ihrer Haus­halts­re­de vom Novem­ber 2019 unter­stell­te, die Koali­ti­on habe den Solar­de­ckel bereits abge­schafft.

Mit ihrer Blo­cka­de kün­di­gen CDU/CSU sowohl bereits gel­ten­de Kli­ma­schutz­zie­le als auch den mit dem Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Aus­baupfad für Erneu­er­ba­re Ener­gi­en auf. Dabei reicht die­ser schon jetzt nicht aus, um die Kli­ma­schutz­zie­le zu errei­chen, etwa mit Blick auf den gestei­ger­ten Bedarf Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en für den Wär­me- und Mobi­li­täts­sek­tor.

Für eine gemein­sa­me Kli­ma­schutz- und Ener­gie­wen­de­po­li­tik mit der SPD muss die Blo­cka­de von CDU/CSU sowohl bezüg­lich schär­fe­rer EU-Zie­le als auch für den Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en umge­hend gestoppt wer­den – auch unter Ver­weis auf die jüngs­ten Äuße­run­gen von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel auf mei­ne Nach­fra­ge im Rah­men der Befra­gung der Bun­des­re­gie­rung (s. Ple­nar­pro­to­koll 19/159, S. 19701 A‑D; vgl. LINK) als sie erklär­te, die müh­se­li­gen Ver­hand­lun­gen zum Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en dau­er­ten zu lan­ge und sei­en schnellst­mög­lich zu lösen.

Der Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en bedeu­tet schließ­lich auch Inves­ti­tio­nen in Hun­dert­tau­sen­de Arbeits­plät­ze und in Zukunfts­tech­no­lo­gi­en, derer es mit Blick auf die Covid-19-Pan­de­mie erst recht bedarf. Es muss drin­gend Gehör fin­den, wenn etwa der Direk­tor der Inter­na­tio­na­len Ener­gie­agen­tur, IEA, aktu­ell for­dert, der Aus­bau Erneu­er­ba­rer Ener­gi­en müs­se in den Mit­tel­punkt von Kon­junk­tur­pro­gram­men gestellt wer­den.

CDU/CSU sind gefor­dert, umge­hend ihre Ener­gie­wen­de-Blo­cka­de zu stop­pen.“

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