Scheer: Bund stellt 500 Millionen Euro für digitalen Unterricht zur Verfügung

Veröffentlicht von Nina Scheer 15. Mai 2020

Am heu­ti­gen Frei­tag, 15. Mai 2020, haben Bund und Län­der die Zusatz­ver­ein­ba­rung zum Digi­tal­pakt Schu­le ver­ab­schie­det. Somit kann das Sofort­aus­stat­tungs­pro­gramm für Schu­len in Höhe von 500 Mil­lio­nen Euro star­ten. Hier­zu erklärt die SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Dr. Nina Scheer:

„Das Pro­gramm wur­de auf Initia­ti­ve der SPD am 23. April 2020 im Koali­ti­ons­aus­schuss auf den Weg gebracht. Mit ihm soll es sicher­ge­stellt wer­den, dass alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler am digi­ta­len Unter­richt teil­ha­ben kön­nen. Gemein­sam mit mei­ner Frak­ti­on habe ich mich dafür ein­ge­setzt, dass Jugend­li­che, bei denen Online-Unter­richt aus Man­gel an Gerä­ten bis­lang kei­ne Opti­on war, mit Tablets oder Lap­tops aus­ge­stat­tet wer­den. Es darf nicht der Geld­beu­tel der Eltern dar­über ent­schei­den, ob ihre Kin­der am digi­ta­len Fern­un­ter­richt teil­ha­ben kön­nen. Die SPD macht sich für Chan­cen­gleich­heit stark. Für Schles­wig-Hol­stein ste­hen jetzt etwa 17 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung.“

Die Gerä­te wer­den als Leih­ge­rä­te zur Ver­fü­gung gestellt. Die Lap­tops, Note­books und Tablets — expli­zit aus­ge­nom­men sind Smart­pho­nes — wer­den je nach Lan­des­re­ge­lung von den Län­dern oder den Schul­trä­gern beschafft.

„Wir wis­sen, dass der Lap­top oder das Tablet nur wirk­lich hel­fen kann, wenn im Haus­halt auch ein not­wen­di­ger Inter­net­an­schluss vor­han­den ist. Um hier eine geeig­ne­te Lösung zu fin­den, führt der Bund in Abspra­che mit den Län­dern zur­zeit Gesprä­che mit den Mobil­funk­an­bie­tern. Ich erwar­te, dass die Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin die­se Gesprä­che zeit­nah zu einem posi­ti­ven Abschluss bringt. Es ist wich­tig, dass die Hil­fen jetzt schnell dort ankom­men, wo sie gebraucht wer­den. Kein Kind darf wegen des Fern­un­ter­richts zurück­ge­las­sen wer­den“ so Scheer wei­ter.

Hin­ter­grund:

  • Die 500 Mil­lio­nen Euro des Bun­des wer­den zusätz­lich zu den bis­he­ri­gen Digi­tal­pakt­mit­teln (5 Mil­li­ar­den Bund, 500 Mil­lio­nen Län­der) bereit­ge­stellt. Die Län­der betei­li­gen sich zusätz­lich mit min­des­tens 10 Pro­zent.
  • Die Ver­tei­lung der Bun­des­mit­tel auf die Län­der erfolgt nach dem soge­nann­ten König­stei­ner Schlüs­sel. Die Län­der wei­sen die­se Mit­tel bedarfs­ge­recht — unter Berück­sich­ti­gung sozia­ler Ungleich­ge­wich­te — ihren Schul­trä­gern zu. Ent­spre­chen­de lan­des­spe­zi­fi­sche Rege­lun­gen wer­den dazu zeit­nah von den Län­dern ver­öf­fent­licht.
  • Des Wei­te­ren kön­nen die Mit­tel des Sofort­aus­stat­tungs­pro­gramms auch für die digi­ta­le Aus­stat­tung der Schu­len ver­wen­det wer­den. Gemeint sind damit tech­ni­sche Werk­zeu­ge, die zur Erstel­lung von Medi­en für digi­ta­le Unter­richts­for­men benö­tigt wer­den (z.B. Auf­nah­me­tech­nik), Soft­ware sowie not­wen­di­ge Kos­ten für Schu­lun­gen. Die erstell­ten digi­ta­len Lern­in­hal­te sol­len soweit mög­lich als Offe­ne Lern­ma­te­ria­li­en, Open Edu­ca­tio­nal Resour­ces, (kurz: OER) frei und kos­ten­los ver­füg­bar sein.
  • Ergän­zend dazu hat der Bund die vom Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um beim Has­so-Platt­ner-Insti­tut geför­der­te HPI Schul-Cloud für alle Schu­len geöff­net, die bis­lang über kei­ne eige­nen Infra­struk­tu­ren für digi­ta­len Unter­richt ver­fü­gen. Dafür wur­den 15 Mil­lio­nen Euro zusätz­lich mobi­li­siert. Die Schul­cloud bie­tet ange­schlos­se­nen Schu­len z.B. ein Lern­ma­nage­ment­sys­tem mit Accounts für alle Lehr­kräf­te und Schü­le­rin­nen und Schü­ler, Datei­aus­tausch, digi­ta­le Lern­si­tua­tio­nen, Mes­sen­ger-Diens­te oder die Mög­lich­keit, Video­kon­fe­ren­zen durch­zu­füh­ren.

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