Atomausstieg steht – keine Rolle rückwärts

Veröffentlicht von Nina Scheer 18. Juni 2019

AG Wirt­schaft und Ener­gie

Nina Scheer, zustän­di­ge Bericht­erstat­te­rin;
Timon Grem­mels, zustän­di­ger Bericht­erstat­ter:

Der Atom­aus­stieg ist in Deutsch­land beschlos­se­ne Sache. Spä­tes­tens Ende 2022 wird das letz­te deut­sche Atom­kraft­werk abge­schal­tet wer­den. Doch nach pro­mi­nen­ten Wirt­schafts­ma­na­gern und der tra­di­tio­nell atom­kraft­freund­li­chen inter­na­tio­na­len Ener­gie­agen­tur offen­bart nun auch die kon­ser­va­ti­ve Wer­te­uni­on ihre ener­gie­po­li­ti­sche Ide­en­lo­sig­keit – und for­dert eine Lauf­zeit­ver­län­ge­rung der deut­schen Atom­kraft­wer­ke. Die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on erteilt den rück­wärts­ge­wand­ten Gedan­ken­spie­len eine unmiss­ver­ständ­li­che Absa­ge.

„Die SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on steht für einen unum­kehr­ba­ren Atom­aus­stieg bis 2022. Der Atom­aus­stieg steht in kei­ner­lei Wider­spruch zu dem nun ein­zu­lei­ten­den und spä­tes­tens bis 2038 zu voll­enden­den Koh­le­aus­stieg.

Die CDU und ihre Vor­sit­zen­de Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er soll­ten sich klar und deut­lich von den For­de­run­gen der Wer­te­uni­on distan­zie­ren. Schwarz-gel­be Expe­ri­men­te in der Ver­gan­gen­heit kom­men Deutsch­land noch heu­te teu­er zu ste­hen: Der Aus­stieg aus dem Aus­stieg der schwarz-gel­ben Regie­rungs­jah­re kos­tet Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he.

Nicht zuletzt der Blick über die Lan­des­gren­zen zeigt: Die Atom­kraft birgt unkal­ku­lier­ba­re tech­no­lo­gi­sche Risi­ken und ist auch mit Blick auf Fol­ge­kos­ten nicht bezahl­bar. Bereits die heu­te anfal­len­den End­la­ger­kos­ten wer­den die nach­fol­gen­den Genera­tio­nen noch mit zu tra­gen haben. Ganz zu schwei­gen von den teil­wei­se ver­steck­ten Sub­ven­tio­nen, etwa durch Ver­si­che­rungs­höchst­gren­zen. Im Stamm­land der Atom­kraft, Frank­reich, lau­fen die Kos­ten der Atom­kraft­wer­ke der­art aus dem Ruder, dass sie eher frü­her als spä­ter ver­staat­licht wer­den müs­sen.

Die tech­no­lo­gi­schen Risi­ken und die gigan­ti­schen unkal­ku­lier­ba­ren Kos­ten der Atom­ener­gie las­sen nur einen logi­schen Schluss zu: Die Nut­zung der Atom­ener­gie hat kei­ne Zukunft und soll­te welt­weit been­det wer­den. Den Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en gehört die Zukunft.”

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