Nina Scheer bei Olof-Palme-Preisverleihung in Reinbek

b_300_0_16777215_00_images_2017_2007-02-28-Olof-Palme-Preis.jpgAm Dienstag, den 28. Februar 2017, besuchte die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer die Verleihung des Olof-Palme-Preises im Schloss Reinbek. Nach einer Eröffnungsrede durch die Stormarner SPD-Kreisvorsitzende Susanne Danhier blickte Franz Thönnes, SPD-Bundestagsabgeordneter aus dem Nachbarwahlkreis, einst Ideengeber und Initiator des Preises, in einer Jubiläumsrede auf das 30-jährige Bestehen des Preises für ehrenamtliches gesellschaftliches Engagement im Geiste Olof Palmes zurück. Für den zunächst als Gastredner eingeladenen Frank-Walter Steinmeier hatte dieser seinen einstigen Kollegen, den luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn gewinnen können. In Erinnerung an Olof Palme betonte Asselborn die Wertigkeit der Europäischen Union als Friedensprojekt. Auch die Vereinten Nationen seien mehr denn je gefordert. Es bedürfe deren Reform unter Beseitigung des Vetorechts, welches im Sicherheitsrat regelmäßig zur Blockade friedenssichernder Maßnahmen führe. Angesichts der aktuellen Konflikte und sich auf die Flucht begebender Menschen sei Solidarität in der EU noch nie so wichtig gewesen wie heute. Es gelte mit aller Kraft die Europäischen Grundwerte zu verteidigen und sie mit vereinten europäischen Kräften zu befolgen.

Die anschließende Laudatio hielt der SPD-Landtagsabgeordnete Martin Habersaat in seiner Funktion als Kuratoriumsmitglied. Alle neun Nominierungen würden die Gesellschaft mit ihrer Solidarität und ihrem Engagement bereichern, so Habersaat. Gleich zwei von ihnen sollten sich in diesem Jahr letztlich als Preisträger glücklich schätzen. Der seit zwei Jahren in Deutschland lebende Nordiraker Ahmed Sulaiman Jàf und sein Flüchtlingspate Heinz Gérad wurden für die von ihnen 2016 in Ahrensburg organisierte Demonstration für Frieden und Toleranz geehrt. Ihrem Engagement waren Festnahmen von terrorverdächtigen Flüchtlingen in Stormarner Flüchtlingsunterkünften vorausgegangen. Ahmed Sulaiman Jàf hatte bereits im Irak völkerverständigende Projekte verfolgt. Den anderen Preis erhielten Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Busch-Förderschule aus Glinde mit ihrer Lehrerin Birgit Durchgraf. Gemeinsam nahmen sie an der Aktion "Straßenkind für einen Tag" der Hilfsorganisation "Terres des Hommes" teil. Dabei putzten sie auf dem Glinder Markt Schuhe und verkauften Selbstgebasteltes. Auf diese Weise konnten über 700 Euro gesammelt und damit zwölf Straßenkindern in Mosambik für ein Jahr der Schulbesuch ermöglicht werden. Beiden Preisträgern überreichte Susanne Danhier gemeinsam mit der Kuratoriumsvorsitzenden Birgit Kassovic einen Preisgeld-Scheck über je 1000 Euro. Die Pianistin Aino Löwenmark und Geigerin Hanmari Spiegel, die den Abend musikalisch umrahmten, nahmen die ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer abrundend zu einem gemeinsamen afrikanischen Gesang mit. So klang der Abend mit Ergriffenheit und spürbarer Nähe zu eben jenen Menschen aus, für die Jean Asselborn kurz zuvor friedenspolitischen Einsatz und europäische Solidarität eingefordert hatte.

Foto (v.l.n.r.): Franz Thönnes, Nina Scheer, Susanne Danhier, Jean Asselborn