Besuch bei der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Reinbek - Dr. Nina Scheer und Martin Habersaat auf Sommertour

70 Ausbildungsplätze bietet die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift. Mit einer Ausbildungsklasse trafen sich jetzt die Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer und ihr Landtagskollege Martin Habersaat, um mehr über die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in der Pflege zu erfahren. Nach der Diskussion mit den 19- bis 41jährigen Auszubildenden erörterten beide mit Schulleiterin Christa Knigge, Mitarbeitervertreter Andreas Hein und Oliver Pommerenke, dem stellvertretenden Geschäftsführer des Krankenhauses, die schwierigen Rahmenbedingungen für Patientenversorgung und Ausbildung.

Anstrengend sei der angestrebte Beruf, berichteten die Schülerinnen und Schüler. Die Verantwortung sei groß, die Zeit knapp, fast immer müsse gerannt werden - einige konnten sich nicht einmal vorstellen, diesen Beruf, obwohl mit Herzblut gewählt, später einmal in Vollzeit auszuüben. Nina Scheer: „Das sind alarmierende Rückmeldungen. Wir müssen darauf achten, Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, mit denen Menschen in diesem Beruf ein Leben lang arbeiten wollen und können.“

Ein Gesetz zur Personalbemessung wünschten sich die Praktiker und weitere Fortschritte auf dem Weg zu fairen Basisfallwerten. Momentan ist es immer noch so, dass ein Krankenhaus für dieselbe Leistung in Rheinland-Pfalz besser bezahlt wird als in Schleswig-Holstein. Auch Tarifsteigerungen werden nicht durch entsprechend steigende Basisfallwerte ausgeglichen. Christa Knigge formulierte gegenüber Nina Scheer und Martin Habersaat, dem bildungspolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, einige Wünsche für die Zukunft der Ausbildung im Pflegebereich. Wünschenswert seien beispielsweise bundeseinheitliche Standards, eine Reflexion der Theorieeinheiten in der Praxis und, da schloss sich der Kreis zu den anderen Themen, ausreichende Ressourcen.

Die beiden Abgeordneten kündigten an, das Gehörte mit in ihre Fraktionen zu nehmen und in laufende und künftige Gesetzgebungsprozesse einfließen zu lassen. „Nicht alles lässt sich sofort umsetzen, aber wenn ein Gesetz geändert wird, sollten solche Rückmeldungen aus der Praxis eingebracht werden“, so Habersaat, der sich über positive Rückmeldungen zur gerade beschlossenen Pflegekammer für Schleswig-Holstein freute.

v.l.: Knigge, Hein, Scheer, Habersaat, Pommerenke
v.l.: Knigge, Hein, Scheer, Habersaat, Pommerenke

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