„Querlesen“: Nina Scheer in Büchen und Geesthacht im Austausch mit Schülerinnen und Schülern

b_300_0_16777215_00_images_2017_2017-04-04-OHG_Geesthacht.JPGAm Dienstag, den 04.04.2017 eröffnete die örtliche SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Nina Scheer ihre neue Lesereihe ‚Querlesen’ und besuchte hierbei die Gemeinschaftsschule Büchen sowie das Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht. Mit von ihr ausgewählten Texten las sie in Büchen der gesamten neunten Jahrgangsstufe und einer neunten Klasse in Geesthacht vor, um anschließend mit den Schülerinnen und Schülern über Aussagen der Texte und Eindrücke zu diskutieren. Scheer: „Lesen lässt an verschriftlichter Kommunikation teilhaben. Postfaktische Meldungen fordern zudem von uns allen eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache und Schrift – auch von den Jüngsten.“

Als Bundestagsabgeordnete setze sie sich für ein gerechtes Bildungssystem ein, das den sozialen Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit im Lichte einer stabilen Demokratie und eines lebendigen Diskurses stärkt.

Scheer: „Mit meiner ‚Querlesen-Reihe’ möchte ich den Vorlese-Ansatz, den ich in Schulen bereits in anderen Formaten verfolge, ausweiten und gemeinsam mit Jugendlichen über das Lesen und Vorlesen Themen und Kommunikationsmittel unserer Zeit diskutieren. Dabei geht es auch darum, ein Sprachgefühl für Dinge zu stärken, die zwischen den Zeilen stehen.“ 

Scheer wählte zum Auftakt die Amtseinführungsrede von Donald Trump (in deutscher Übersetzung), Ausschnitte aus einer Biografie über die Friedensaktivistin Bertha von Suttner, Headlines von Fake-News sowie eine Anzeige, die 2010 in überregionalen Zeitungen erschien und deren Finanzierung der fossil-atomaren Energiewirtschaft zuzuordnen ist. In reger Diskussion arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in je einer Doppelstunde unter engagierten Wortmeldungen Intentionen, Effekte, Widersprüche sowie manipulative Textelemente heraus. Das exemplarische Vorlesen einiger falscher Nachrichten belustigte aufgrund ihrer Skurrilität.

Bei der Trump-Rede wie auch der Anzeige benannten einige Schülerinnen und Schüler auch zwischen den Zeilen herauszulesende Botschaften. Sie äußerten ihre Kritik an der Haltung des Präsidenten, dessen ersten Amtshandlungen im Widerspruch zu in der Rede erwähnten Prinzipien stünden. So passe es nicht zusammen, einerseits zu versprechen, das Leben der Menschen besser zu machen und zugleich die Gesundheitsreform seines Vorgängers rückabzuwickeln sowie Aussagen zur Umwelt zu treffen, dann aber entgegengesetzte Entscheidungen zu treffen.

Anhand der Biographie über Bertha von Suttner wurden deren Erfahrungen mit Antisemitismus und einem verharmlosendem Umgang mit Hetze gegen Juden am Ende des 19. Jahrhunderts deutlich.

In Bezug auf die Anzeige bemerkten die Schülerinnen und Schüler den fälschlichen Anschein, es handele sich um einen Text von der Bundesregierung. Zudem erkannten sie einen Widerspruch zwischen der Aussage, es würde der Ausbau Erneuerbare Energien befürwortet und der ebenfalls im Text enthaltenen Aussage, man benötige fortgesetzt Kernenergie. Scheer erläuterte sachliche Zusammenhänge zu energiepolitischen Entwicklungen der dann im Jahr 2010 beschlossenen Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, die erst nach der Atomkatastrophe von Fukushima rückgängig gemacht wurde. Sie verwies auf die Häufigkeit entsprechender Anzeigentexte, die nicht immer auf den ersten Blick als solche erkennbar einzuordnen sind.

Scheer: „Es hat mich sehr beeindruckt, mit welcher Aufmerksamkeit die Texte von den Schülerinnen und Schülern aufgegriffen wurden. Ich hoffe, noch weitere solch wertvolle Lesestunden mit ‚Querlesen’ einrichten zu können.“

Pressemitteilung als Pdf

Friedegart Belusa Schule
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